SPD attackiert Lompscher
Auf dem freien Markt verhandelt auch die Koalition gerade ihre Wohnungspolitik: Die SPD attackierte bei ihrer Klausur Stadtentwicklungssenatorin Lompscher – bei ihr werde „zu kurz gedacht“, die bisherige Politik sei „unzureichend“, es brauche deshalb eine „Lenkungsgruppe“ unter Führung der Senatskanzlei. Das kommt dem Wunsch nach Entmachtung der Linken-Politikerin gleich. Bereits in seinem Interview mit dem Tagesspiegel hatte Michael Müller in Richtung Linke gestichelt, der „Wille zum Wohnungsbau“ sei „nicht bei allen vorhanden“.
Am Sonntag bekam die Linke dann Schützenhilfe von den Grünen – Daniel Wesener (MdA und Ex-Landeschef) teilte mit: „Wir Grüne meinen: Katrin Lompscher macht gute Arbeit und der Koalitionsvertrag gilt: Eine ‚Lenkungsgruppe Stadtentwicklung‘ im Roten Rathaus oder vergleichbare Parallelstrukturen und Kompetenzverlagerungen wird es mit uns nicht geben.“ Und Bürgermeisterin Monika Herrmann twitterte: „Als Wowereit seine letzte WP antrat, war die Wohnungsnot in Berlin schon sehr groß. Ebenso die vollmundigen Versprechen der SPD zu bauen bauen bauen. Hätten sie, wäre die Not jetzt nicht da. Hammse aba nisch! Und jetzt machen se den dicken Maxe. Nervig!“ Zur Erinnerung: Die Vorgänger von Katrin Lompscher waren Andreas Geisel (SPD) und Michael Müller (SPD).
Einen Kommentar der Berliner Linken-Vorsitzenden zur SPD-Fraktionsklausur finden Sie heute unter „Tweet des Tages“.
Neueste Idee aus der Lompscher-Verwaltung: Eine Wohnungstauschbörse - wer von seinem Palast in eine Hütte wechselt, um Platz zu machen für Familien, bekommt demnächst („im 2. Halbjahr 2018“) eine Prämie. „Rein rechnerisch könnte Berlin ohne den Bau einer neuen Wohnung seine Wohnungsprobleme lösen“, hatte kürzlich bei der Tagesspiegel-Veranstaltung „Liquid City“ auch der SPD-Bezirksverordnete Martin Burth aus ChaWi behauptet – es müssten eben nur alle ein bisschen zusammenrücken: Im Durchschnitt stehen in Berlin pro Person 38 qm Wohnfläche zur Verfügung, in London und Paris 22.