Dreifache Schulmisere

Nichts wissen wollte auch die Bildungsverwaltung –von den Schulproblemen der Hauptstadt. Eine Misere in drei Akten:

Akt I: Der Senat hat eine der marodesten Schulen Berlins, das Pankower Gymnasium am Europasportpark, von seiner Investitionsliste gestrichen. In der Schule verfaulen die Fensterrahmen, sodass die Scheiben jederzeit zerspringen könnten. Noch am 12. September hatte die Unfallkasse sofortige Reparaturen gefordert, um die Räume nicht sperren zu müssen. Doch weil die Bauunterlagen „verzögert beigebracht“ wurden, wurde eine Nachbarschule bei den Investitionen vorgezogen, erklärt der Bezirk – die Eltern sind ratlos.

Akt II: Marode Schulen? Pah, wir bauen neue! Nö, sagt der Senat. Am Freitag wurde bekannt, dass das Land dem Pankower Rosa-Luxemburg-Gymnasium einen Neubau mit 800 Schulplätzen streicht. Rund zwei Millionen Euro sind in die Planung geflossen, die jetzt hinfällig ist. Begründung? Fehlanzeige: „Die Situation wird gerade ressortübergreifend nachvollzogen“, so die Bildungsverwaltung.

Akt III: Aufgrund des Wegfalls der 1600-Euro-Zulage für Berliner Lehrkräfte drohen die, zu kündigen: „Sehr wahrscheinlich werden viele, die nicht verbeamtet werden können oder wollen, lieber in ein anderes Bundesland wechseln“, sagt Quereinsteiger Viktor Köpke dem Tagesspiegel. Ende der Tragödie, Applaus, Vorhang.