Stadtwerke erhöhen Strompreise um mehr als 100 Prozent

Bislang konnten sich Kunden des Berliner Energieversorgers über stabile Preise freuen – nun müssen jedoch 22.000 Haushalte mehr bezahlen. Was ist da los? Von Christian Latz

Stadtwerke erhöhen Strompreise um mehr als 100 Prozent
Hochspannungsleitung in Brandenburg: Foto: Imago/Steinach

Die Strom- und Gaspreisbremse soll rückwirkend ab Januar 2023 gelten, hat die Bundesregierung am Dienstag entschieden. Viele Haushalte werden froh sein. Wie extrem sich die Energiepreise derzeit entwickeln, zeigt eindrücklich der neue Preissprung bei den Berliner Stadtwerken. Dazu eine kurze Rückblende: „Während sich viele Verbraucher aktuell über steigende Abschlagszahlungen für erhöhte Stromrechnungen ärgern, freuen sich die fast 36.000 Kunden der Berliner Stadtwerke über stabile Preise“, hieß es über den Energieversorger am 8.11. in der „Berliner Morgenpost“. Genau eine Woche später gingen Briefe an tausende Bestandskunden raus, mit denen das landeseigene Unternehmen die Strompreise ab Januar 2023 teils um mehr als 100% erhöht auf nun 52,9 Cent pro Kilowattstunde. Nanu?

„Kunden, die seinerzeit das Treueangebot nicht angenommen haben, müssen wir die Preise erhöhen“, bestätigt Sprecher Stephan Natz dem Checkpoint. Rund 22.000 Haushalte, knapp zwei Drittel der Kunden, seien betroffen. „Wir haben sehr lange gewartet, aber es geht nicht anders.“ Wegen der lange günstigen Preise seien zuletzt etwa mehr Kunden als kalkuliert zu den Stadtwerken gewechselt – die dafür kurzfristig zusätzlich teuren Strom einkaufen mussten. Ein Opfer des eigenen Erfolgs.