Dauerbaustellen in Berlin, Bauwunder in Philadelphia
Zurück zum Verkehr:
+ Am Kaiserdamm ist vor Wochen ein Rohr geplatzt, die Magistrale bleibt in beiden Richtungen für mindestens ein halbes Jahr gesperrt. Es wird analysiert, geprüft, erwogen, es sind Drohnen im Einsatz für die „finale Problemlokalisation“. In den umliegenden Straßen herrscht eine dystopische Stimmung wie im Film „Weekend“ von Jean-Luc Godard.
+ In Wilmersdorf ist der Schlangenbader Tunnel aus Sicherheitsgründen seit Monaten gesperrt und bleibt es vielleicht für immer, der Senat hat gegen den Rat des Bezirksamts zwei parallele Straßen jeweils zu Einbahnstraßen erklärt – allerdings beide in dieselbe Richtung, mit fatalen Folgen. Zur Stimmung hier schreibt unsere Leserin Karin Deleru: „Die Auswahl der Schimpfwörter, die ab morgens 7 Uhr hier fallen, dürfte den Wortschatz der schulpflichtigen Kinder dieses reinen Wohngebiets zumindest erweitern.“
Wir unterbrechen unsere Schadensmeldungen an dieser Stelle für einen kleinen Studienausflug in die USA unter dem Titel „Was Berlin von Philadelphia lernen kann“: Am 11. Juni war hier eine wichtige Autobahnbrücke eingestürzt. Zwölf Tage später rollte der Verkehr dort schon wieder. Ein Wunder? Eher das Werk des Gouverneurs Josh Shapiro, der Tag und Nacht mit unkonventionellen Methoden arbeiten ließ und den Fortschritt mit einem Liveticker dokumentierte. Auf der Baustelle am Kaiserdamm werden die üblichen Ruhezeiten (morgens, mittags, abends und an den Wochenenden) übrigens strikt eingehalten.