Zäsur in Berlin: Grüne sind mitgliederstärkste Partei – und lösen die SPD ab

Die SPD ist nicht mehr die Partei mit den meisten Mitgliedern in der Hauptstadt – eine Zäsur. Abgelöst wurden sie von den Grünen. Deren Vorsitzende Nina Stahr und Philmon Ghirmai sehen das als „Ausdruck der Wechselstimmung“. Von Daniel Böldt und Valentin Petri.

Zäsur in Berlin: Grüne sind mitgliederstärkste Partei – und lösen die SPD ab
Foto: Imago / Eventpress

Was der Checkpoint bereits im Dezember prophezeite (Checkpoint vom 10.12.), ist nun offiziell: Die SPD ist nicht mehr die Partei mit den meisten Mitgliedern in Berlin. Aktuell sind es 17.673, wie Parteisprecher Matthias Kuder dem Checkpoint mitteilte. Für die Sozialdemokraten, die die Hauptstadt seit Jahrzehnten politisch prägen, ist es eine Zäsur. Der schleichende politische Bedeutungsverlust äußert sich nicht nur in weniger Wählerstimmen, sondern auch in der Anzahl der bekennenden Sozialdemokraten.

Vom Platz der Sonne grüßen nun die Grünen mit derzeit 17.852 Mitgliedern. Die beiden Landesvorsitzenden deuten die Wachablösung wenig überraschend als „Ausdruck der Wechselstimmung“ in Berlin. „Immer mehr Menschen wollen dem schwarz-roten Rückschritt nicht länger zuschauen, sondern selbst Verantwortung für eine gerechte, ökologische und weltoffene Gesellschaft übernehmen“, teilten Nina Stahr und Philmon Ghirmai dem Checkpoint mit.

Blöd für die Grünen: Geld schießt keine Tore – und viele Mitglieder bedeuten nicht zwingend viele Wählerstimmen. 2023 übertrumpfte die CDU trotz deutlich weniger Mitglieder die SPD und die Grünen locker. Es kommentiert Sepp Herberger: „Die nächste Wahl ist immer die schwerste.“