SPD für und gegen befristete Arbeitsverträge zugleich
Temporäre Stellen sind das Gegenteil von „guter Arbeit“ – zumindest laut dem Wahlprogramm von Franziska Giffey. Warum bietet sie dann jetzt selbst eine an? Von Lorenz Maroldt
Wir kommen zu unserer Reihe „Theorie und Praxis“ (auch geeignet für das politische Ratespiel „Dichtung und Wahrheit“):
Theorie: „Gute Arbeit heißt für uns, dass gerechte und existenzsichernde Löhne gezahlt werden. Werkverträge, befristete Arbeitsverträge, Minijobs und Leiharbeit müssen die Ausnahme sein, weswegen wir auf die konsequente Vermeidung dieser Arbeitsmodelle und den Abbau prekärer Beschäftigungen hinarbeiten.“ (Aus dem SPD-Wahlprogramm von Franziska Giffey für ihre Kandidatur als Spitzenkandidatin bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus).
Praxis: „Der SPD-Landesverband Berlin sucht im Zeitraum ab sofort bis zum 31.10.2021 für die bevorstehenden Wahlkämpfe einen Mitarbeiter (m/w/d) für das Büro der Spitzenkandidatin. Die Stelle ist befristet im Rahmen des Wahlkampfes. Die Wochenarbeitszeit beträgt 39 Stunden (die Bereitschaft zur flexiblen Ausgestaltung der Arbeitszeiten wird erwartet). Die Probezeit beträgt einen Monat.“ (Aus der SPD-Ausschreibung eines Jobs bei Franziska Giffey für ihre Kandidatur als Spitzenkandidatin bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus).