Wildbaden wird teurer: Bezirk Mitte erhöht Bade-Bußgelder am Plötzensee
Wer in Berlin-Wedding außerhalb des Strandbads in den Plötzensee sprang, zahlte bisher 83 Euro Bußgeld. Nun hat der Bezirk den Betrag auf fast das Dreifache angehoben. Von Christian Latz.
Für ein bisschen Abkühlung zieht's die Leute in den kommenden Tagen wieder scharenweise an den Plötzensee. Wer dort nicht ins Strandbad will, springt oft am rundherum unter Landschaftsschutz gestellten Seeufer ins Wasser. Seit Jahren versucht der Bezirk Mitte genau das mit Ordnungsamtsstreifen und Plakaten zu unterbinden – und greift dabei jetzt zu drastischeren Mitteln: Wildbadern drohen statt 83,50 Euro nun satte 228,50 Euro Bußgeld. Zum Vergleich: Für eine ähnlich hohe Strafe müssten Sie im Straßenverkehr schon mehr als 30 km/h zu schnell fahren. „Die 4-jährige Erfahrung zeigt, dass die bislang angesetzte Bußgeldhöhe, kein Umdenken der Menschen bewirkte“, begründet der Bezirk die ausufernde Summe und hofft, dass nun mehr Härte und „Mundpropaganda“ doch noch zu Verhaltensänderungen führen. Seien Sie hiermit also gewarnt.
Für bislang 341 Personen in diesem Jahr kommt der Hinweis zu spät. Sie wurden vom Ordnungsamt auf frischem Bad ertappt. Immerhin: Wer direkt vor Ort bezahlt, kommt mit einem Verwarngeld von 55 Euro davon. Dann nämlich könne „von einer gewissen Reue und Anerkennung des begangenen Fehlers“ ausgegangen werden, so die Logik des Ordnungsamts. Allerdings setzt der Weg zur Reue voraus, dass Wildbadende auch genügend Bargeld oder eine Karte in der Badetasche haben.