Die Messe Berlin ist gerade kein gutes Beispiel für eine solidarische und weltoffene Stadt
Zu den Meldungen aus Berlin:
Die landeseigene Messe stellt sich gerade selbst aus – als Gegenmodell zur „solidarischen und weltoffenen Stadt“, die Berlin laut Koalitionsvertrag sein will. Zwei Beispiele:
1) Die Homophobie im ITB-Partnerland Malaysia, in Berlin offen zur Schau gestellt von Tourismusminister Ketapi, kommentierte Messe-Chef Christian Göke gerade so: „Ein Gastgeber hört zu und nimmt zur Kenntnis. Wir sind ein gewinnorientiertes Unternehmen.“ Koste es, was es wolle – zur Not offenbar auch die Reputation.
2) Vor einem halben Jahr kündigte Messesprecher Emanuel Höger bei einem Bürgergespräch an, dass der „Grusel-Tunnel“ am ICC künftig mit Musik beschallt wird, damit sich die Passanten wohler fühlen. Jetzt läuft die Musik, aber nur nachts – und zwar um Obdachlose zu vertreiben.
Der Checkpoint empfiehlt dem Messe-Aufsichtsrat zur Beschallung des Managements eine Dauerschleife des „Ballroom“-Songs „It’s a Sad World“ (1966), darin die schöne Zeile: „Different people of the same human kind, and I wonder at the beauty of all nature.“