Neue Mängel am BER
Es geht voran am BER: An den Startbahnen stehen schon 70 % der Kabelschächte unter Wasser, irgendwer hat die Drainage vergessen - nach Flughafen und Fluchhafen wird das Ding jetzt also in Fluthafen umbenannt. Die Leitungen sind jedenfalls einem internen Bericht zufolge so angefressen, dass sie komplett ausgetauscht werden müssen, andernfalls droht der Befeuerungsanlage „ein vorzeitiger Ausfall des Stromkreises“ (Zusatzkosten: 9,8 Mio). Hm, oder vielleicht doch besser „Blindflughafen“?
Auch im Terminal wird weiterhin Kabelsalat serviert – obwohl nach dem Nichteröffnungs-Desastser 2012 das gesamte Gewerk von äquatorianischer Länge (40.000 km) ausgetauscht worden war. Aus einem internen Bericht der Genehmigungsbehörde: „Nach erfolgter Umverlegung der Kabel fehlt der FBB der Überblick zum Verlauf (Beginn und Ende sind erkennbar, aber was ist dazwischen?)“ - tja, da hilft ein Blick in den (ebenfalls internen) September-Bericht vom TÜV, Moment, wo ist er… ah ja, hier: „Sicherheitsstromversorgung und Sicherheitsbeleuchtung im BER-Terminal: 1622 wesentliche Mängel, 950 einfache Mängel“ - im April waren es noch 859 wesentliche und 525 einfache Mängel, also etwa halb so viele. „Ende erkennbar“? Eher nicht.
Die Gegenmaßnahmen von Fluthafenchef Lütke Daldrup: Personalaufstockung bei den Elektro-Teams – und Attacke auf rigide Vorschriften. In einer Mail von „LD“ an Aufsichtsräte heißt es: „Um den Termin der Inbetriebnahme des BER sicher zu erreichen, kann es erforderlich werden, dass die Brandenburger Bauaufsichtsbehörden von bisher nicht genutzten Möglichkeiten des Baurechts Gebrauch machen."