Wasserbetriebe entfernen Beete von Mischwasserbehältern in der Spree – Streit um einstiges Vorzeigeprojekt
Seit gut zehn Jahren schwimmen die vom Ingenieur Ralf Steeg entwickelten Behälter zum Auffangen des Mischkanalwassers bei Starkregen zwischen Oberbaum- und Elsenbrücke in der Spree – und obendrauf ein von Steeg gepflegter Garten. Nun ist davon nichts mehr übrig. Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) haben die Pflanzen aus den Beetkästen komplett entfernt. Steeg, der die Beete seit zehn Jahren unentgeltlich pflegt und den Eigentümer BWB auch für das Gießwasser bezahlen muss, ist entsetzt. „Heute habe sie die Anlage völlig zerstört und dabei auch noch die Brut von Vögeln getötet“, schreibt er auf Twitter.
Im Recht sehen sich hingegen die Wasserbetriebe. Laut dem Übernahmevertrag von 2019 seien die BWB berechtigt, die Bepflanzung jederzeit zu verändern – und das sei auch nötig. Im Januar habe es auf der Anlage gebrannt, woraufhin die Begrünung, insbesondere das Schilf, als Brandgefahr eingestuft wurde, sagte BWB-Sprecher Stephan Natz dem Checkpoint. Aus Sicherheitsgründen musste man das Grün entfernen – und habe das auch Steeg in einem Brief am 2. Mai mitgeteilt. Der klagt, diesen Brief bislang nicht erhalten zu haben. Auch sei den Wasserbetrieben das Schilf zuvor zehn Jahre lang egal gewesen. Nun sei von einen Tag auf den anderen „alles einfach weg“.