Buschkowsky bezeichnet Giffey als „Schummeljule“ und „aufstiegsgeil“

Der Tonfall ist rau: Giffey habe eine Tradition, Sachverhalte vorzutäuschen. Seinen eigenen Plagiatsfall vergisst Buschkowsky aber. Von Lorenz Maroldt.

Buschkowsky bezeichnet Giffey als „Schummeljule“ und „aufstiegsgeil“
Foto: Hannibal/dpa

Kommen wir zu einem weiteren Berliner, der vom diplomatischen Dienst so weit entfernt ist wie ein Pfannkuchen von vier Mützen im Gault Millau – es geht, Sie ahnen es sicher schon, um Heinz Buschkowsky. In seinem Radiokommentar beim Berliner Rundfunk („Klein, rund, bissig!“) nannte der frühere Neuköllner Bezirksbürgermeister seine Nachfolgerin Franziska Giffey jetzt eine „Schummeljule“ und attestierte ihr „Aufstiegsgeilheit.“ Puh… Muss sich die künftige Senatschefin das gefallen lassen?

Das muss sie sich gefallen lassen“, meint Bum Bum Buschi, „sie hat da ja eine gewisse Tradition: Vortäuschen von Sachverhalten, die dann durch die Tatsachen nicht bestätigt werden.“

Beim Vortäuschen von Sachverhalten kennt sich Buschkowsky allerdings auch selbst bestens aus. Als sein Buch „Neukölln ist überall“ zum Bestseller wurde und ihm hunderttausende Euro einbrachte, betonte der damalige Rathauschef, er habe das 400-Seiten-Werk allein und als Privatmann verfasst – niemanden habe er dafür zu dienstlicher Tätigkeiten veranlasst. Aber das war der Wahrheit so nah wie die Sonnenallee der Fifth Avenue (durchschnittliche monatliche Miete pro Quadratmeter: 2531 Euro). Tatsächlich zog der damalige Bürgermeister mindestens vier seiner Bediensteten für inhaltliche Zulieferdienste heran – sie sollten u.a. „Highlights“ für das Privatprojekt des Chefs sammeln. Weitere Mitarbeiter wurden aufgefordert, Recherchen zu übernehmen, andere sollten „Material“ liefern. Große Teile des Bestsellers wurden damals in Büros des Bezirksamts geschrieben – oder sollten wir lieber sagen: kopiert?

Tatsächlich finden sich in Buschkowskys Buch immer wieder Stellen, die wortgleich und Punkt für Punkt auch in Neuköllner Amtsunterlagen dokumentiert sind – identisch bis hin zu den Anführungsstrichen. Doch an solche „Details“ (Buschkowsky) wie dienstliche Zuarbeiter, in Anspruch genommene Arbeitszeiten oder übernommene Stellen konnte sich der Rathauschef schon kurz nach der Veröffentlichung nicht mehr erinnern. So bleibt auch hier weiter offen, ob folgende Erkenntnis aus dem Buch Amtswissen ist oder ob sowas auf Buschkowsky eigenem Mist wächst: „Afrikanische Männer sitzen zu Hause, sehen fern, spielen, telefonieren und trinken. Afrikaner lassen sich noch schwerer in die Karten schauen als die anderen Ethnien.“

Frage an Berlinkenner: Was machen deutsche Männer und Frauen, wenn sie nicht gerade zu Hause sitzen, fernsehen, spielen, telefonieren oder trinken? Richtig: Sie schreiben Bücher ab.