Obdachlose möchten in der Rummelsburger Bucht bleiben
Solidarität wünschen sich auch die Bewohner von Deutschlands größtem Obdachlosencamp in der Rummelsburger Bucht. Ein Kältehilfeprogramm vor Ort gibt es in diesem Winter nicht. Senat und Bezirk bieten den Wohnungslosen an, in eine Notunterkunft an der Köpenicker Allee zu ziehen. Warum etwa die Hälfte der rund 140 Menschen das voraussichtlich nicht annehmen will, ist von außen oft nur schwer zu verstehen. Mein Kollege Robert Klages hat gestern mit zwei Bewohnern gesprochen, sie nennen sich Kleckx und Hippie.
„Da stellen sie dein Leben auf dem Kopf“, sagt Hippie.
„Ne, vorher verlasse ich das Land oder bau mir eine Hütte im Wald“, sagt Kleckx. Er bezieht keine staatlichen Leistungen und erwartet keine Hilfen. „Ich finde mein Leben ganz nett.“
„Wir wollen ja so leben“, sagt Hippie. „Wenn hier einer wirklich von der Straße will, würde er das auch machen, es gibt ja Angebote genug.“
„Mit dem neuen Angebot erreicht die Stadt die Räumung“, sagt Kleckx. „Wir sollen so weit weg wie möglich.“
„Eine Brache mit Toilette und Wasser, mehr brauchen wir nicht. Dann gehen wir dort hin“, sagt Kleckx. Angst vor dem Kältetod hat er nicht: „Kältetote sind Einzelgänger. Hier an der Bucht passen wir aufeinander auf.“