Stephan Frucht und der Bauzaun
Erinnern Sie sich an den ewigen Bauzaun in der Charlottenstraße? (Falls nicht: Der Zaun steht dort seit rund 20 Jahren, ohne dass an dem abgesperrten Gehweg erkennbar Baumaßnahmen stattfinden, Checkpoint vom 19.11.). Stephan Frucht, Vorsitzender des Kulturausschusses beim Verein Berliner Kaufleute und Industrieller, hatte uns Mitte November auf das Thema aufmerksam gemacht – und hat die Beseitigung des Zauns nun offenbar zu seiner persönlichen Lebensaufgabe erklärt.
Nachdem Frucht zunächst Bausenator Christian Gaebler persönlich aufgefordert hatte, den Zaun gemeinsam zu entfernen (was der wegen fehlender Zuständigkeit ablehnte), hat Frucht nun Anfang der Woche ein Schild am Zaun angebracht: „20 Jahre Bauzaun sind genug“, steht darauf.
Außerdem wird das (tatsächlich zuständige) Bezirksamt Mitte aufgefordert, den Zaun endlich zu entfernen. Es gehe ihm dabei um mehr als um diesen einen Bauzaun, sagte Frucht dem Checkpoint. Dieser stehe lediglich besonders symbolhaft für viele Dinge, die in Berlin seit vielen Jahren nicht mehr wirklich vorankommen würden.
Besserung scheint im konkreten Fall nicht in Sicht. Das Bezirksamt wies, wie berichtet, auf die angekündigte Sanierung des Gehwegs durch die Verkehrsverwaltung. Die ist aktuell mit der „Vorplanung“ für die Baumaßnahme beschäftigt. Priorität hat diese aber offenbar keine. In der Sparliste des Senats taucht nämlich auch die „Erneuerung der Charlottenstraße zwischen Dorotheenstraße und der Straße Unter den Linden“ auf. Von 300.000 Euro werden 100.000 gestrichen.