Schüler sitzen im Dunkeln: Bezirk lehnt Eigeninitiative der Eltern ab

Finster ist der Alltag an der Galilei-Grundschule, und das nicht nur aufgrund der dunklen Wintertage. Wie engagierte Eltern zur Tat schreiten wollen und was sie davon abhält. Von Jessica Gummersbach und Ann-Kathrin Hipp

Schüler sitzen im Dunkeln: Bezirk lehnt Eigeninitiative der Eltern ab
Foto: IMAGO / CHROMORANGE

Finster ist aktuell der Alltag an der Kreuzberger Galilei-Grundschule. Seit Sommer 2024 funktioniert das Licht in mehreren Klassenräumen nicht, die alten Leuchtstoffröhren bleiben dunkel oder flimmern vor sich hin. Einziger Lichtblick: Schüler, Lehrer und Eltern haben teilweise in Eigeninitiative Tisch- und Stehlampen angeschafft. Und: Ein engagierter Vater (Ingenieur und Elektroniker) hat angeboten, auf eigene Kosten den Klassenraum seines Sohnes mit neuen, dimmbaren LED-Leuchten auszustatten. Die Galilei-Schule ist von der Idee begeistert. Das Bezirksamt „begrüßt das Elternengagement“ auch. Schreibt allerdings auf Checkpoint-Anfrage: „Dennoch ist die Verwaltung an Recht und Gesetz gebunden.“ Engagierte Eltern sehen Recht und Gesetz offenbar nicht vor.

Oder anders gesagt: Ohne Vergabeverfahren geht da nix (und ohne Geld gibt’s erstmal keine Vergabe). Deshalb prüft das Bezirksamt aktuell „die Akquise von Fördermitteln für einen Leuchtmitteltausch im gesamten Schulgebäude“. Denn: „Für die meisten Schulen gilt, dass der Bedarf an Sanierung und baulicher Unterhaltung so groß ist, dass die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel nicht ausreichen, um alle Sanierungs- und Unterhaltungsbedarfe zeitnah umzusetzen.“ Wann im konkreten Fall mit einer Erleuchtung zu rechnen ist, bleibt vorerst völlig unklar.