Neue Verzögerung bei der Schneckenbrücke
„Stau auf der Schnellerstraße“ (im Südosten Berlins gelegen) und „Verzögerung bei der Schneckenbrücke“ (Nordwesten) sind Checkpoint-Klassiker. Vor allem in Sachen „Ernststraßensteg“ (so heißt die Schneckenbrücke offiziell, aber sprechen Sie das mal mit viel Tempo!) gibt es immer was zu lachen: Laut Senatsmitteilung vom Oktober 2017 sollte die Brücke 2019 saniert werden (Agh Drs. 18/12694). 2019 verkündete der Senat eine Verschiebung auf 2020 (18/21389). Als 2021 noch immer nichts passiert war, wurde ein Baubeginn für das Jahr 2022 angekündigt (18/28083). Jetzt gibt es einen neuen Termin: „frühestens in 2023“ (DS 19/12838). Die Begründungen des Senats sind immer die gleichen: begrenzter Personalkapazitäten…andere Prioritäten… keine unmittelbare Einsturgefahr… usw. Die wegen ihrer Spiralform umgangssprachlich nach den kleinen Tierchen benannte Brücke macht ihrem Namen also weiterhin alle Ehre. (Q: Anfrage MdA Björn Wohlert, CDU).
PS: Ergänzend teilt der Senat dazu noch mit, „dass mittelfristig von einem Neubau des Bauwerkes ausgegangen werden kann“, weil der Ernststraßensteg (Achtung, kurze Atempause) „zum Radvorrangnetz des Landes Berlin“ gehört – aber Fahrradfahren auf der alten Brücke nicht erlaubt ist.
PPS: Wenn eine durchschnittliche Berliner Schnecke bei der Erstverkündung des Sanierungsvorhabens im Jahr 2017 losmarschiert wäre, hätte sie bis heute 131 Kilometer zurückgelegt (zu Fuß, nicht mit dem Fahrrad) – das ist 5,7 x die Distanz zwischen Ernststraßensteg und Schnellerstraße.