Berlin machtlos gegen das Fällen einer 200 Jahre alten Eiche
Stellplätze statt Stadtgrün? Das wollten Anwohner in Mitte nicht hinnehmen. Sie wandten sich an den Bezirk. Der erteilt ihren Hoffnungen nun jedoch eine Absage. Von Julius Betschka
Kein Freund, der Baum! So ganz unkommentiert will Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe das Fällen einer 200 Jahre alten Eiche in seinem Bezirk (CP von gestern) dann doch nicht lassen: „Richtig ist, dass weder ich noch meine Kollegin Stadträtin Neumann die Fällgenehmigung und die Baugenehmigung der Bauaufsicht verhindern konnten“, schreibt der SPD-Politiker. Seit Ende Juli 2021 versuche er, den Baum zu retten – allerdings lag eine Fällgenehmigung damals schon vor. „Meine Verhandlung musste sich daher darauf konzentrieren, den Eigentümer zum Verzicht eines Teiles des Bauvolumens zu bringen. Auf Änderungswünsche ist der Bauherr nicht eingegangen.“ Gothe könne die Baugenehmigung nicht weiter herauszögern, schreibt er, dies sei rechtswidrig. „Es liegt allein in der Macht des Eigentümers, die Eiche zu erhalten“, appelliert Gote an das grüne Gewissen des Tiefgaragen-Baumeisters. Wie geht das Lied gleich noch? „Mein Freund, der Baum, ist tot. Er fiel im frühen Morgenrot.“