Dauerausnahmezustand bei der Berliner Feuerwehr – Gesprächskreise werden nicht helfen
Donnerstagmorgen, 10 Uhr. Berlins Kriminalreporter sitzen bei der Jahrespressekonferenz der Berliner Feuerwehr. Erst hält Innensenatorin Iris Spranger ein Referat. Stühle werden auf die Bühne geschoben. Feuerwehrchef Karsten Homrighausen lässt sich vom eigenen Sprecher interviewen. 80 Minuten später, kein einziger Journalist hat eine Frage gestellt. Motto: Wenn Du nicht mehr weiterweißt, gründe einen Gesprächskreis. Denn die Feuerwehr ist selbst in Not: 492.226 Einsätze gab es 2021, 22.000 mehr als im Vorjahr. Im Schnitt waren es 1349 pro Tag. Rekord.
Damit ist die Feuerwehr alle 64 Sekunden zu einem Einsatz gerufen worden. Alle 29 Sekunden ging ein Notruf ein. Während der Rede der Innensenatorin wird der Ausnahmezustand Rettungsdienst ausgerufen – wie fast an jedem Tag in diesem Jahr. An manchen Tagen war nur noch ein Rettungswagen für die gesamte Stadt verfügbar. Nicht einmal die Hälfte der Wagen kommt noch in unter zehn Minuten an. Zeit für einen Rettungseinsatz bei der Feuerwehr, kommentiert mein Kollege Alexander Fröhlich. Und, was denken Sie über diese Zahlen?