Welche Quarantäne? Auch der Regierende kennt die aktuellen Regeln nicht

Quarantäne nach dem Sommerurlaub – wie das Kinder betrifft, darüber irrte sogar Michael Müller. Die Bildungsverwaltung will informieren. Von Julius Betschka.

Welche Quarantäne? Auch der Regierende kennt die aktuellen Regeln nicht
Foto: Markus Schreiber/picture alliance/dpa/AP POOL

Der Regierende Bürgermeister bei „Lanz“, da hatte er sich zuletzt ganz gut geschlagen als Pandemieerklärer, war Krisenmanager, Kommunikator. Aber in der verworrenen Debatte um Reiserückkehrer und ihre Test- und Quarantänepflichten hat auch (aber sicher nicht nur) Michael Müller komplett den Faden verloren. Markus Lanz piesackte den Regierenden damit, wer nun genau wie und wann in Quarantäne müsse: Virusvariantengebiete, Hochrisikogebiete, Risikogebiete – die Begriffe flogen durchs Studio. Müller behauptete dann fälschlich, Kinder müssten bei der Urlaubsrückkehr gar nicht in Quarantäne – obwohl es bei Hochinzidenzgebieten wie Großbritannien, Spanien oder Zypern mindestens fünf Tage sind. „Hab‘ ich sie auf dem falschen Fuß erwischt?“, fragte Lanz, hatte sichtlich Spaß. Nunja.

In der Bildungsverwaltung – okay, die müssen es wissen – sieht man alles gelassener: „Die Lehrkräfte sind auch aus den Erfahrungen des vergangenen Schuljahres inzwischen sehr geübt darin, Schülerinnen oder Schüler, die gerade nicht am Unterricht teilnehmen können, mit Unterrichtsstoff und Aufgaben zu versorgen“, sagte Sprecher Martin Klesmann auf Checkpoint-Anfrage. Die Bildungsverwaltung werde auch nochmal per Brief über die aktuell geltenden Regeln aufklären, versprach er. Vielleicht geht ja auch einer an den Regierenden. Die Bildungssenatorin will am 9. August zwar mit einer Präsenzpflicht starten, der Vorsitzende der Berliner Bildungsgewerkschaft GEW, Tom Erdmann, fordert aber schon: „Wenn Kinder in Quarantäne müssen, sollte das nicht als unentschuldigtes Fehlen gezählt werden.“ Pure Vernunft – siegt hoffentlich, dieses eine Mal.