Geht es Berlins Sportstätten als Erstes an den wärmenden Kragen?
Falls Erdgas im Winter knapp wird, muss die Stadt Heizenergie sparen – einen möglichen „Ausfall von Sportangeboten“ wollen die Grünen nicht hinnehmen. Von Daniel Böldt
Zum Sport braucht man meistens auch das: Sportstätten. Man muss kein Praktikum bei der Bundesnetzagentur gemacht haben, um zu ahnen: Den Sportanlagen wird es wohl mit als erstes an den wärmenden Kragen gehen, sollte das Erdgas wirklich knapp werden. Die schlechte Nachricht für Berlins Sportlerinnen und Sportler: Von den 236 Sportstätten Berlins (ohne Bäder und Schulsporthallen) werden 64 Prozent direkt mit Gas beheizt, der Rest mit Fernwärme (die wiederum zu 77 Prozent aus Gas stammt). Die gute Nachricht: Es passiert einiges. Einsatz von Wärmepumpen, hydraulischer Abgleich, kein Warmwasser mehr in Handwaschbecken.
Insgesamt könnten durch alle kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen sechs bis zehn Prozent Energie eingespart werden, schätzt die Senatssportverwaltung. Ob das reicht, damit wir alle sportlich durch den Winter kommen? Die Grünen-Politikerin Klara Schedlich, die die Maßnahmen und Zahlen bei der Verwaltung erfragt hat, ist sich da nicht so sicher. „In der Krise darf es weder am Geld noch am Denkmalschutz scheitern“, sagte Schedlich dem Checkpoint mit Blick auf die energetische Sanierung und mahnt: „Ausfall von Sportangeboten durch die Schließung von Sportstätten darf keine Option sein.“