Marianne Birthler ist Vertrauensperson
Von Stasi-Methoden zur Stasi-Aufarbeitung: Marianne Birthler, frühere DDR-Bürgerrechtlerin und langjährige Chefin der Stasi-Unterlagenbehörde, soll sich vorübergehend um die Gedenkstätte Hohenschönhausenkümmern. Der Stiftungsrat hat sie am Donnerstag einstimmig zur „unabhängigen Vertrauensperson“ ernannt, die die Gedenkstätte nach innen und außen vertritt. Die 70-Jährige soll auch dabei helfen, einen Kandidaten für die Nachfolge von Hubertus Knabe zu finden, der nach der Affäre um sexuelle Belästigungen von Frauen in seinem Haus von seinen Aufgaben entbunden wurde. Via Twitter äußerte er sich jetzt erstmals: „Ich bin erschüttert, dass ich jetzt nach 17 Jahren auf die Straße gesetzt werde. Ich würde die Aufgabe gerne fortführen, denn ich fühle mich der Aufarbeitung der SED-Diktatur weiterhin tief verbunden.“
Eine der eigentümlichsten Wortmeldung in der Diskussion um die Gedenkstätte kam von der früheren Bundesministerin Kristina Schröder. Sie kenne zwar keine Hintergründe, so twitterte die CDU-Politikerin. Aber das, was sie an Vorwürfen lese, scheine die Entlassung Knabes nicht zu rechtfertigen. Da sei einer der Hintergründe nachgeliefert, und zwar noch eine nächtliche SMS von Knabes Vize (59) an eine junge Frau, die 2015 ihr Freiwilliges Soziales Jahr in Hohenschönhausen ableistete: „Schlafen Sie gut, und haben Sie einen schönen Tag morgen, ich hoffe, er wird Ihnen gut tun, Sie Geheimnisvolle.“ Ach ja: Schröder war vier Jahre Frauenministerin.