Gummi-Enten-Showdown mit Gänsehaut-Feeling

Eher dumm gelaufen ist es dagegen für die Gummi-Entenfans in Pankow. Der Vorgang ist geradezu Loriotesk, die Rollen von Doktor Kloebner und Herrn Müller-Lüdenscheid aus dem Sketch „In der Badewanne“ haben Ordnungsstadträtin Manuela Anders-Granitzki und der Bürgervereinsvorsitzende Ulf Sobeck übernommen. Zur Erinnerung hier Auszüge aus dem Original:

Die Ente bleibt draußen!“
„Ich bade immer mit dieser Ente.“
„Wenn Sie die Ente hereinlassen, lasse ich das Wasser heraus.“
„Das sind wohl die Erpressermethoden Ihrer Gangsterfirma.“
„Also lassen Sie die Ente in Gottes Namen herein.“
„Nein, mit Ihnen teilt meine Ente das Wasser nicht.“
„Sie lassen sofort die Ente zu Wasser!“
Ich denke nicht daran.“
„Dann tauche ich jetzt so lange, bis Sie die Ente zu Wasser lassen.“
„Bitte sehr.“
„Es ist mir ernst! Ich zähle bis drei. Eins, zwei, drei…“

Und im wirklichen Leben: Mehr als 20 Jahre lang gab es zu Pfingsten im Bürgerpark ein vom Land Berlin gerne beworbenes Gummi-Entenrennen – nicht in der Badewanne, sondern auf der Panke. In diesem Jahr allerdings nicht: Das Bezirksamt hatte dem Bürgerverein am 24. September vergangenen Jahres, noch bevor der einen Antrag stellen konnte, mündlich mitgeteilt, dass es dafür keine Genehmigung mehr geben wird, zum Schutz der echten Enten. Der Verein startete daraufhin eine Petition, in dem es hieß, das Bezirksamt habe das Rennen abgesagt.

Das erzürnte die Bürger, was wiederum die Ordnungsstadträtin erzürnte – und zwar so dermaßen, dass sie dem Vereinsvorsitzenden jetzt eine strafbewehrteUnterlassungsaufforderung wegen Falschaussagen“ schickte, die Begründung (sinngemäß): Es habe keine formelle Absage durch das Bezirksamt gegeben, weil es ja auch keinen formellen Antrag gab (auf den der Verein nach der angekündigten Nichtgenehmigung tatsächlich verzichtet hatte).

Stadträtin Anders-Granitzki fordert „die vollständige Löschung“ der Petition „einschließlich der Kommentare“, die Frist für die Unterlassungserklärung läuft heute ab. Und dann? Versenkt das Bezirksamt das bürgerschaftliche Engagement des Vereins per Strafandrohung „gemäß § 186 und § 187 StGb“ (auf üble Nachrede und Verleumdung stehen bis zu 5 Jahre Haft)? Oder lässt die Ordnungsstadträtin die Gummi-Enten im nächsten Jahr doch wieder ins Wasser? Ein Gummi-Enten-Showdown mit Gänsehaut-Feeling – das Bezirksamt teilt auf Checkpoint-Anfrage mit: „Ein Antrag für das Jahr 2026 liegt derzeit nicht vor.“ Es kommentiert Donald Duck: „Irgendwas rät mir, unverzüglich den Rückzug anzutreten.“