Zahl seit 2014 stark angestiegen: Berlin hat knapp 30.000 reine Nebenwohnsitze

Die Wohnungsnot trifft nicht alle gleich – Zehntausende Haushalte haben in der Hauptstadt einen Zweitwohnsitz. Linke-Politiker Schrader will diese Praxis einschränken. Von Daniel Böldt

Zahl seit 2014 stark angestiegen: Berlin hat knapp 30.000 reine Nebenwohnsitze
Fassaden zeigen die Kontraste und ungleiche Verhältnisse bei Häusern einer Berliner Nachbarschaft. Foto: Imago/Sabine Gudath

Apropos Geld. Was für die meisten Berlinerinnen und Berliner zu einer fast unmöglichen Aufgabe geworden ist, scheint einigen Menschen weniger Sorgen zu bereiten: eine neue Wohnung zu finden. Knapp 30.000 reine Nebenwohnsitzhaushalte gibt es in Berlin aktuell. Die Zahl hat sich seit 2014 verdoppelt und beträgt nun rund 1,5 Prozent des gesamten Wohnungsbestands, wie eine Schriftliche Anfrage des Linken-Politikers Niklas Schenker zeigt.

Es sei „skandalös, wenn ein Haushalt mehrere hundert Quadratmeter Wohnfläche verbraucht, während Familien auf zu engem Raum leben müssen“, sagte Schenker dem Checkpoint. Tatsächlich scheint das Anmieten oder der Besitz von weitgehend ungenutztem Wohnraum für manche zum Hobby geworden zu sein: 6.529 Menschen haben neben ihrer ersten Nebenwohnung in Berlin mindestens eine weitere Nebenwohnung (innerhalb oder außerhalb von Berlin). Schenker fordert, solche Fälle in Zukunft stärker einzuschränken und höher zu besteuern.