Vermieter bittet Mieter um „Schenkung“

Ein Vermieter mit CDU-Parteibuch und kuriosem Anliegen: Wegen des Mietendeckels bittet er um eine „Schenkung“ – andernfalls gebe es verspätete Reparaturen. Von Lorenz Maroldt

Sie meinen, zum Mietendeckel sei alles gesagt? Na, dann lesen sie mal weiter, ich bin mir sicher: Das hier kannten sie noch nicht…

Der CDU-Politiker, Jurist und Immobilieneigentümer Peter Kreilinger schlägt Berliner Mietern in einem 19-seitigen Schreiben allen Ernstes vor, „den Teil Ihrer Zahlung, der etwa wegen des neuen Gesetzes aktuell nicht straflos entgegengenommen werden dürfte, nicht als Miete, sondern als Schenkung“ zu leisten. Im Gegenzug verspricht Kreilinger Rechtsfrieden – eventuelle Steuerersparnisse will er an die Welthungerhilfe spenden. Eine „Erklärung zur rechtlichen Einordnung von Zahlungen an den Vermieter“ liegt unterschriftsreif vorbereitet gleich bei.

Kreilingers Schreiben kommt im Attacke-Modus daher, der Mann ist unter Druck „gern auch schnell mal auf 180“. Den Mietendeckel nennt er „Mietensense“ und „neo-kommunistisches Unsinns-Gesetz“, die Koalition besteht für ihn aus „linken Brandstiftern“, der Senat aus „Rosstäuschern“. Als Drohung möchte Kreilinger sein Schreiben zwar nicht verstanden wissen, aber auf möglicherweise verspätete Abrechnungen, Reparaturen und Serviceleistungen oder ausfallende Investitionen weist er schon mal hin. Ansonsten setzt er auf das Verständnis der „Vertragspartner“ und sinniert: „Vielleicht bin ich ja ein Traumtänzer und die Idee ist in einer Welt, wo jeder primär an sich denkt, abenteuerlich.“ Von seinen Mietern wünscht sich Kreilinger, dass sie sagen: „Ich möchte, dass mein Vermieter sich darum kümmern kann, dass ich ordentlich wohne, statt alles hinzuwerfen und emotionsfreien Marktteilnehmern wie Vonovia & Co das Feld zu überlassen“.