Teure Dauerbrenner: Rund 1000 Gaslaternen in Berlin brennen Tag und Nacht
Die Senatsumweltverwaltung sagt, sie kenne das Problem der Dauerbrenner bereits seit Jahren. Nur wieso ändert sich daran so wenig? Von Julius Betschka.
Echte Dauerbrenner: 1000 Gas-Laternen in der Stadt können es nicht lassen. Einem Checkpoint-Leser war das in seiner Wohngegend in Friedenau aufgefallen. Dort brennen die klebrig gelben Straßenlichter seit Monaten im 24-Stunden-Dauerbetrieb. „Sinnlose Energieverschwendung und Umweltverschmutzung“, ärgert sich der Mann. Die Umweltverwaltung reagiert, natürlich, berlinisch abgeklärt: „Das Problem ist seit vielen Jahren bekannt“, antwortet Sprecher Jan Thomsen auf Checkpoint-Anfrage. Von fast 25.000 Gasleuchten sei „eine mutmaßlich vierstellige Zahl“ defekt, dort leuchtet‘s, leuchtet‘s und leuchtet‘s. Ja, und nu? „Die Reparatur so vieler defekter Leuchten ist leider langwierig, weil die Werkstattkapazitäten für diese veraltete Technik nicht ausreichen, um schnell voranzukommen“, schreibt Thomsen.
Wegen des Defekts ginge das Licht nur ganz an oder ganz aus – und letzteres könne erst recht niemand wollen. Dass die alten Gasleuchter auch tagsüber Energie verbrauchen sei zwar „aus Klima- und Umweltschutzgründen sehr bedauerlich“, aber die Verkehrssicherheit gehe vor. „Zur zunehmenden Störanfälligkeit kommen teils erhebliche Lieferzeiten für zugelassene Ersatzteile“, erläutert Thomsen. Deshalb komme man mit den Reparaturen nicht hinterher. Die grelle News: Der Senat arbeitet an der Umrüstung auf LED. 2000 alte Gasleuchten werden pro Jahr ersetzt. In einigen Jahren sollen dann nur noch 3000 Gaslaternen an historischen Orten brennen. Wobei das Motto „There’s a light that never goes out“ ja auch ganz schön zu Berlin passt.