Warum es plötzlich so viele Menschen nach Brandenburg zieht
Themenwechsel: Berlin zieht nicht mehr. Die fetten Jahre sind vorbei. Die Stadt hat fertig. Nun, ganz so dramatisch sieht‘s nicht aus. 11.700 Personen mehr als vor einem Jahr leben jetzt hier, meldet das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Das macht 3,656 Millionen. Trotzdem war der Zuzug so gering wie seit 2011 nicht. Liegt’s am fehlenden Flughafen? Zündet endlich die Erzählung vom linksgrünversifften „failed state”? Wurde einfach aus jeder noch so wirren Idee mittlerweile ein Hauptstadt-Start-up gemacht? Oder ist Berlins Coolness einfach unbezahlbar geworden?
Die Erklärung ist, glaubt man dem Landesamt für Statistik, viel einfacher: „Der Rückgang der deutschen Bevölkerung ist auf die anhaltend hohe Abwanderung nach Brandenburg zurückzuführen“, heißt es da. Brandenburg. Es kann so einfach sein. 12.600 Einwohner verlor Berlin im Saldo von Zuzügen und Fortzügen ans geliebte Nachbarland. Bereiten die Berliner schon heimlich die Länderfusion vor?
Kein Wunder also, dass die Märker selbst Sternenstürmer Elon Musk, Arbeitsplatz- und Zukunftsbringer to be, eher skeptisch gegenüber stehen. Spätestens 1990 haben sie gelernt, wie tief auch vermeintliche Stars fallen können. Mein Kollege Kevin P. Hoffmann hat den gigantischen Sorgen der Grünheider gestern zugehört. Partystimmung sieht jedenfalls anders aus.