„Paradies aus Wärme“: Gäste beschweren sich über Sex im Berliner Badebecken
Gleich zwei Paare hatten vergangenen Montag im Kreuzberger Thermalbad Liquidrom Geschlechtsverkehr. Sie waren offenbar kein Einzelfall. Von Ann-Kathrin Hipp und Joana Voss
Ein „Paradies aus Wärme, Wasser sowie Musik“, in dem man „sich verwöhnen lassen“ kann, und in dem „jeder Gast seine Lieblingsecke findet“ – so beschreibt sich das Liquidrom Berlin. Den zusätzlichen Hinweis, dass „der Austausch von Zärtlichkeiten auf ein Minimum zu reduzieren ist“, liest man in der Hausordnung. Zumindest theoretisch. Praktisch hatten vergangenen Montag Checkpoint-Informationen zufolge zwei Paare im Thermalbecken Sex. Kein Einzelfall, wie es scheint. „Mindestens vier Paare, eines davon mit 100-prozentiger Sicherheit, hatten Sex im Badebecken, worauf wir dann das Becken verlassen hatten“, schreibt ein User auf Tripadvisor. „Mit Vergnügen“ listet das „Paradies“ unter den „11 Orten, an denen ihr fast ungestört Sex haben könnt“. Auf Blogs liest man seit Jahren Sätze wie „Hier geht es ziemlich oft zur Sache“ oder „I visited late on a Friday night and couples all around me were FOR SURE having that old Liquidrom sex in the pool. I didn’t really mind. But I can see that it could be disturbing to some people“. Gleich mal nachgefragt ...
„Für solche Vergnügungen gibt es in Berlin bestimmt bessere Orte – davon distanzieren wir uns ganz direkt“, antwortet Tobias Lenz, stellvertretender Betriebsleiter, auf unsere „doch sehr spezielle Anfrage“. Und weiter: „Wenn wir Gäste erwischen, erhalten diese einen sofortigen Platzverweis für den einen Tag.“ Durchschnittlich geht Lenz von drei bis vier Platzverweise pro Monat aus. Allerdings erklärt er auch: „Unsere warme, wohlige Atmosphäre lädt ja auch zum Entspannen ein und gerade die entspannte Atmosphäre mit den Leuchtkugeln bei unserem FLOATING WITH LIGHTS Event dienstags kann einen dann doch einmal überkommen ?“. Nette Einladung.
Der Vollständigkeit halber: Berlins Bäderbetriebe haben stadtweit „keine Erkenntnisse zu solchen Fällen“.