Ohne viel Wirkung auf Votum: Kühnerts späte Aussagen zu Wegner sind diplomatischer als sie klingen

Gestern explodierte nicht nur die größte bisher gebaute Rakete in Texas vor Elon Musks Augen. Auch Kevin Kühnert platzte der Kragen doch noch. Zumindest ein kleines bisschen. Für „mehr als gewöhnungsbedürftig“ halte er den designierten Berliner Bürgermeister Kai Wegner (CDU), sagte der SPD-Generalsekretär dem „Spiegel“. „Dieser Mann verkörpert wenig von meiner Heimatstadt (…). Mir tut das weh.“ Diversität müsse „nicht nur verschämt toleriert“ werden, man dürfe über Menschen mit Migrationshintergrund nicht sprechen, „als hätte man es mit einer skurrilen Fetischgruppe zu tun“.

Nachdem Kühnert sich lange zurückhaltend geäußert hatte, schaltet er sich also doch noch in die Berliner-Groko-Debatte ein – so spät, dass die Distanzierung von Wegner diplomatischer ist, als sie klingen mag. Denn um Einfluss auf den SPD-Mitgliederentscheid über das schwarz-rote Bündnis zu nehmen, ist es wohl zu spät. Noch bis Freitagabend können SPDler abstimmen, 60 Prozent haben es bereits getan. Das Ergebnis soll am Sonntagnachmittag an die Parteivorsitzenden übergeben werden.