Berliner Bäder im Ungewissen, wann sie wieder öffnen können

Schon den zweiten Frühling in Folge herrscht in und an den Berliner Schwimmbecken tote Badehose. In der Liegewiese im Sommerbad Humboldthain haben sich jetzt Wildbienen angesiedelt – laut Nabu die „bisher größte Ansammlung in Mitte in den letzten zwei Jahren“. Flatterband soll die imaginären Besucher von den bewohnten Arealen fernhalten. Noch im Mai dürften sich die Bienen in den Boden zurückziehen, heißt es bei den Bäderbetrieben. Die hängen bei der Frage, wann sie endlich wieder öffnen können, völlig in der Luft: Sprecher Matthias Oloew verweist auf die Verordnung, die die Nutzung von Freibädern untersagt und Hallenbäder nur für Schul- und Leistungssport erlaubt. „Um richtig loslegen zu können, brauchen wir mindestens zwei Wochen Vorlauf“ – gerechnet vom bisher unbekannten Tag X an. Summa summarum bleibt nur: Abwarten und nicht so viel Chlorwasser trinken.

Heute vor drei Jahren wurde die Regenwasseragentur als Tochter der Berliner Wasserbetriebe gegründet – zufällig genau zu Beginn der schlimmsten Trockenperiode in Berlin und Potsdam seit Messbeginn 1893. Dazu passend gibt’s vier aktuelle parlamentarische Anfragen: zur Notwendigkeit der lokalen Versickerung (statt Einleitung in die Kanalisation, aus der ggf. der Dreck in die Gewässer überläuft), zur Wasserqualität der Spree (7 ständige Messstellen, bessere Wasserqualität durch 300.000 m3 Kanalisationsspeicher bis 2025 und Modernisierung der Klärwerke), zur Badetauglichkeit der Kaulsdorfer Seen (ist und bleibt verboten, weil Wasserschutzgebiet) und zu neuen Stadtquartieren als Heimstatt für Amphibien (schwierig, weil Tümpel ohne trockenes Hinterland Kreuzkröte & Co. einen Strich durch die Rechnung machen).