Konsequenzen aus Entlassung Hubertus Knabe
Wir kommen zur Entlassung von Gedenkstättenleiter Hubertus Knabe - hier der Kommentar der FDP: „Der Rauswurf ist die späte Rache der SED-Erben in Gestalt der Linkspartei“ (MdA Stefan Förster). Und hier der Kommentar der AfD: „Das jetzt inszenierte Schauspiel erinnert fatal an kommunistische Säuberungen in der DDR“ (MdA Georg Pazderski). Die beiden könnten glatt gemeinsam in der „Cold War Revival-Band“ spielen – den gleichen Ton treffen sie jedenfalls (und das nicht zum ersten Mal). Dazu das Ergebnis im Stiftungsrat: 7:0 gegen Knabe – darunter die Stimmen von Dieter Dombrowski, Ex-Stasi-Gefangener, CDU-Politiker, Bundesvorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft, und von Maria Bering, konservative Vertraute von Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Wir erleben offenbar die Wiederauferstehung der Nationalen Front, nur diesmal ohne die Verbündeten LDPD und NDPD.
Und hier der Kommentar meines Kollegen Alexander Fröhlich heute im Tagesspiegel: „Knabe stolperte über sich selbst. Für die Reaktivierung alter West-Berliner Fronstadtreflexe taugt die Personalie nicht.“
Dazu noch eine Klarstellung: Im Checkpoint war gestern versehentlich an einer Stelle von sexuellem Missbrauch die Rede. Dieser Vorwurf wird nicht erhoben. Es geht um sexuelle Belästigung durch den stellvertretenden Gedenkstättenleiter. Dazu zählen u.a. nächtliche SMS des 59-jährigen Knabe-Vizes an junge Volontärinnen, wie diese hier vom 14.3.17 um 1.20 Uhr: „Liebe … Du kannst Dir nicht vorstellen, wie sehr ich mich freue, Dich so zufällig getroffen zu haben. Ich hoffe, Du bist gut angekommen. Wenn Du mal wieder Zeit und Lust hast, melde Dich doch. LG Helmuth.“ Im Vergleich zu anderen Vorfällen in der Gedenkstätte eines der harmloseren Beispiel jahrelanger Übergriffigkeiten – mehrere Frauen hatten über „Sexismus in der Führungsetage“ geklagt, der Stiftungsrat unter Kultursenator Klaus Lederer (Linke) legte Knabe Führungsmängel zur Last.