Elterninitiative macht Schöneberger „Problemschule“ beliebt

Elterninitiative macht Schöneberger „Problemschule“ beliebt

Dass seit ein paar Jahren so viel Dampf unterm Deckel ist, hat bekanntlich auch damit zu tun, dass immer mehr Menschen in unsere schöne Stadt kommen. Während die Politik diese Entwicklung jahrelang bejubelt hat, hat sie neben dem Wohnungsbau (es fehlen aktuell rund 100.000) auch den Bau von Schulen vergessen. In Schöneberg führt das beispielsweise dazu, dass momentan kaum ein Kind mehr an der Wunschschule aufgenommen werden kann, die nicht die Einzugsschule ist. Rund um die Rote Insel gibt es inzwischen sogar Schulen, die selbst Geschwisterkinder nicht mehr aufnehmen.

In dieser Situation war es Theresa Faraj, Mutter von drei Kindern, im vergangenen Jahr leid, dass ihre Einzugsschule im Spielplatz-Talk reihenweise die Note sechs in Durchmischung erhielt. „Lasst uns alle gemeinsam unsere Kinder in diese Schule geben und eine der tollsten Grundschulen Schönebergs daraus machen“, schrieb sie in einem Brief an alle Kitas im Einzugsgebiet (CP vom 17.5.2018). Mehr als 60 Mitglieder umfasst ihre Whats-App-Gruppe inzwischen, sie hat unzählige Treffen im Kiez organisiert. Im vergangenen Schuljahr waren es erst zwei Elternpaare, die es wagten – und sich schnell fragten, wovor sie eigentlich Angst hatten. Ein gutes Duzend Anmeldungen hat Faraj fürs nächste Schuljahr notiert, Tendenz steigend. Schulamt und Schulleitung unterstützen, wo sie können, das Einzugsgebiet umfasst auch die Neubauten an der Bautzener Straße, kurzum: Es läuft so gut, dass Theresa Faraj inzwischen Sorge hat, die Durchmischung könnte in die andere Richtung kippen. Und wir erneuern hier die Prognose des Vorjahres (mit deutlich geringerem Wetteinsatz): Wetten, dass die Neumark-Grundschule in drei Jahren eine der angesagtesten Schulen Schönebergs ist?