Senat lehnt fast die Hälfte die Kitaausbauanträge ab

Und weiter geht’s mit einer neuen Folge aus der Reihe „Theorie und Praxis“, heute: das Kitaausbauprogramm.

Theorie: „Die Koalition setzt das Kitaausbauprogramm bedarfsgerecht mit einem Schwerpunkt auf den kommunalen Landesanteil fort.“ (Koalitionsvertrag, S. 103)

Praxis: Von 245 Projektanträgen für 19.000 Kitaplätze wurden 109 Anträge für 9481 Plätze abgelehnt – auch dort, wo dringender Bedarf besteht. Die Gründe laut Senat: „vielfältig“. Genauer geht’s nicht, weil „eine Datenerhebung über die Ablehnungsgründe nicht geführt wird“. (Staatssekretär Aziz Bozkurt, Anfrage der CDU)

Abgelehnt wurde u.a. ein Projekt des renommierten Trägers Fröbel in Hellersdorf-Nord, einem Gebiet mit dem höchsten Nachholbedarf. Doch damit nicht genug: Der erfahrene Antragsteller, der etliche Kitas in Berlin betreibt und bereits ein Grundstück am vorgesehenen Standort neben der „Arche“ gepachtet hatte, wurde zudem aufgefordert, seine eingereichten Papiere bis zum 15.10.22 gefälligst selbst abzuholen („zu unserer Entlastung“, heißt es in dem Ablehnungsschreiben der Jugendverwaltung). Und damit ist die Sache nach Berliner Art erledigt. Weitere Kindereien aus der Jugendverwaltung zum Kitaausbauprogramm mit dem irreführenden Titel „Auf die Plätze, Kita, los!“ können Sie heute von Susanne Vieth-Entus recherchiert und aufgeschrieben im Tagesspiegel lesen (Abo).