Protestcamp in der FU

Nur wenige Stunden dauerte ein pro-palästinensisches Protestcamp gestern an der FU Berlin – dann löste die Polizei die nicht angemeldete Versammlung, teils gegen Widerstand, auf.

Die Protestierenden forderten Solidarität mit der Zivilbevölkerung in dem von der Terrororganisation Hamas kontrollierten Gazastreifen, der seit dem Massaker vom 7. Oktober von Israel bombardiert wird. Neben Solidaritätsparolen kam es laut FU dabei auch zu antisemitischen Äußerungen. Die Uni stellt den Lehrbetrieb teilweise ein.

„Diese Form des Protests ist nicht auf Dialog ausgericht“, erklärte Universitätspräsident Günter M. Ziegler am Dienstagabend. „Eine Besetzung ist auf dem Gelände der FU Berlin nicht akzeptabel. Wir stehen für einen wissenschaftlichen Dialog zur Verfügung – aber nicht auf diese Weise.“

Nach dem Protest an der HU am Freitag war es bereits die zweite von der Polizei aufgelöste pro-palästinensische Versammlung innerhalb weniger Tage. Für die Unis bleibt der Umgang mit den Protesten ein „heikler Balanceakt“, kommentiert Tagesspiegel-Kollege Tilmann Warnecke. Von Zuständen wie in den USA, wo Tausende demonstrierten und es zu heftigen Ausschreitungen kam, sei man noch weit entfernt. „Es sollte alles versucht werden, dass es so weit nicht kommt.“