Berlinweites Phänomen: Mehr Vignetten für Anwohnerparkausweise als Stellplätze
Vor allem in den Innenstadtbezirken fällt es besonders auf: Es werden mehr Vignetten ausgestellt, als es Parkplätze gibt. Entsprechend konkurrieren die Anwohner um Stellplätze. Von Jessica Gummersbach.
Szenenwechsel! Nachdem wir bereits festgestellt hatten, dass es in einigen Parkzonen in Tempelhof-Schöneberg mehr Anwohnerparkausweise als Stellplätze gibt, bestätigte eine Checkpoint-Bezirksumfrage den Verdacht: Es ist ein Berlin-weites Phänomen, insbesondere in den Innenstadtbezirken.
In Mitte konkurrieren mehr als 81.000 Autofahrer um rund 73.200 Parkplätze. Ebenfalls eng ist es in Friedrichshain-Kreuzberg (ca. 26.900 Stellplätze, rund 38. 900 Vignetten), Charlottenburg-Wilmersdorf (ca. 36.800 Stellplätze, rund 37.200 Vignetten), Steglitz-Zehlendorf (ca. 6900 Stellplätze, rund 7800 Vignetten) und Neukölln (ca. 6000 Stellplätze, rund 7400 Vignetten).
Ein Grund für das Ungleichgewicht: „Wer einen privaten Stellplatz im Hinterhof oder einer Tiefgarage hat, besitzt in der Regel dennoch einen Anwohnerparkausweis“, erklärt das Bezirksamt Neukölln. Das Auto steht tagsüber bequem an der Straße und nachts sicher in der Garage. Ärgerlich für weniger Privilegierte, rechtlich in Ordnung – und in Berlin noch dazu unschlagbar günstig: Eine Vignette für zwei Jahre kostet weiterhin rund 20 Euro.