Der Fall Relotius: Auch der Tagesspiegel wurde getäuscht und hat sich täuschen lassen

Im Krisenmodus sind auch etliche große Redaktionen, seit sie wissen, dass sie sich über Jahre von einem Betrüger täuschen ließen: Der vielfach preisgekrönte Autor Claas Relotius hat Interviews und Reportagen in großem Stil systematisch gefälscht und erfunden und, als Zweifel an seiner Arbeit aufkamen, mit krimineller Energie seine Taten vertuscht. Betroffen sind u.a. der „Spiegel“, wo Relotius zuletzt als Redakteur angestellt war, „SZ“, „FAS“, „Welt“, „taz“, „Zeit Online“, „Cicero“, und auch der „Tagesspiegel“ hat zwei Texte des Autors veröffentlicht – ein Interview mit Werner Herzog und eine Reportage aus einem US-Gefängnis.
2015 bot Relotius der Tagesspiegel-Redaktion per Mail eine Geschichte an, er schrieb uns: „Sie handelt von Christopher Chaney, einem Amerikaner, der als berüchtigter ‚Hollywood-Hacker‘ weltweit Schlagzeilen machte.