Akademie der Künste stemmt sich gegen Gendern
Die Akademie der Künste dokumentiert in ihrem neuen „Journal“ die Ergebnisse ihrer AG „Gender und Sprache“ (Mitglieder: Friedrich Christian Delius, Friedrich Dieckmann, Jörg Feßmann, Monika Rinck, Kathrin Röggla, Matthias Weichelt) – Fazit der Denker vom Pariser Platz (u.a.): „Technizistische Eingriffe in die Sprache widersprechen deren grundsätzlich inkonsequenter und vielfach alogischer Beschaffenheit“; „Auch wenn die Bürokratie ein Recht auf Schubladendenken in Anspruch nimmt, darf sie sich nicht anmaßen, ihre Sprachregelungen der Gesellschaft aufzuzwingen“, und: „Berlin ist nicht imstande, für eine effiziente Verwaltung zu sorgen, aber dieser Verwaltung werden die fragwürdigsten Sprachregelungen aufoktroyiert“.
Wie bitte, „aufoktroyiert“? Das schreiben dieselben Künstler, die eben noch von der schnörkellosen Schönheit der deutschen Sprache schwärmten und der dummen Gesellschaft vorwarfen, sie sei „nicht imstande“, Schülern „Sprachsensibilität zu vermitteln“? Ach! Schlagen wir doch mal nach, was ein Wortfeinmechaniker wie Wolf Schneider dazu sagt… hier: „Deutsch für Profis“ (Goldmann, 9. Auflage v. 1991), Kapitel „Schludereien und Marotten“, S. 207: „aufoktroyieren – Geschwätzige Erweiterung von ‚oktroyieren‘ (was ‚auferlegen‘ heißt)“. Tja, da wird aus dem Pleonasmus „weißer Schimmel“ in der ehrwürdigen Akademie gleich noch ein Teekesselchen.