Bundesregierung zeigt sich bei BER-Mängeln machtlos

Wir kommen zur Abteilung „Airport-Spotter“: Was weiß die Bundesregierung eigentlich über den BER? Offenbar nicht viel, wie die allgemeinen Antworten auf konkrete Anfrage von u.a. FDP-MdB Christoph Meyer zeigen (DS 19/9589): „Die Vertreter des Bundes im Aufsichtsrat können keine Maßnahmen ergreifen, um Mängel zu beseitigen“, ist noch die klarste Aussage. Als würde jemand versuchen, Rauch an die Wand zu dübeln (was am BER ja womöglich sogar funktioniert, theoretisch jedenfalls). Meyer forderte jetzt jedenfalls per Schreiben vom 10. Mai an den Haushaltsausschuss einen Bericht der Regierung an – u.a. zu den Ergebnissen der letzten Aufsichtsratssitzung.

Die nächste Aufsichtsratssitzung ist übrigens am Freitag (zufällig auch Checkpoint-Party-Tag) – und dort muss Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup nach den jüngsten Aufregungen wieder als Sedativ in Menschengestalt wirken. Bisher gelingt ihm das ganz gut – so wie auch gestern wieder im Brandenburger „Flughafenkabinett“. Den Termin Herbst 2020 nannte LD „belastbar“, alle waren beruhigt, und dann brauste er mit seinem blitzblanken Dienst-Daimler auch schon weiter (Kennzeichen: LDS – steht hier auch für Lütke Daldrup Schönefeld). So kurios es klingt: Wenn es gelingt, trägt der BER den Titel „schnellste Baustelle Deutschlands“ – von heute an gerechnet. Zuletzt waren in internen Berichten u.a. noch 245 Mängel bei der Trennung von Stark- und Schwachstrom vermerkt, 522 Mängel bei der Leitungsbefestigung, in 108 Fällen lagen dicke auf dünnen Leitungen, und 894 Mal hieß es: „mangelhafte / beschädigte Leitungsverlegung allgemein“. Und das ist nur ein kleiner Einblick in die große Bastelstube.