Wacker gegen die Behörden: Gold für Impfaktion in Lichterfelde
Strahlendes Checkpoint-Gold vergeben wir in dieser Woche an den Anästhesisten Dr. Alexander Schulz-Gibbins, der sich mit seinem Kollegen Fabian Herbst der berlinberüchtigten Behördensturheit entgegenstellt: Mit einer selbstorganisierten Impfaktion zogen die Ärzte am Freitag samt Team in die Max-von-Laue-Oberschule in Lichterfelde. Bereits seit August hatten sie mit den Hürden und Blockaden der Berliner Verwaltung zu kämpfen. Man müsse die Aktion ausschreiben und Kosten diskutieren, hieß es von Seiten der Bildungsverwaltung. Gesundheitssenatorin Kalayci reagierte erst gar nicht. „Es soll geimpft werden, aber Ansprechpartner und Genehmigungswege sind weiterhin unklar“, sagt Fabian Herbst am Checkpoint-Telefon. Ihr Glück: Vor wenigen Wochen fand sich doch noch ein Mitarbeiter, der die Ärzte auf kurzem Dienstweg unterstützte und auch die Schulleiterin Irina Bothmann zog mit am Strang, sodass die Aktion stattfinden konnte. Das nächste Problem: Von den 120 bestellten Impfdosen erhielt das Team gerade mal 60. „Wir mussten Impfinteressierten, die sich aufraffen, absagen. Auch Erstimpflingen! Das ist hanebüchen und fördert nicht die Impfbereitschaft.“ Trotzdem – oder gerade deshalb – planen die Ärzte am Freitag ihre zweite Aktion. Das Team hofft, dass es dann mehr Dosen erhält: und spritzt weiter.