Nischt oder Nüscht?
Nischt... pardon, nüscht regt uns Ureinwohner (als solcher gilt, wer jemanden kennt, der später gekommen ist als man selbst) mehr auf als falsches Berlinerisch (oder heißt es „Berlinisch“?). Musterhaft die Reaktionen auf den schönen „Wannsee“-Text von Jochen Arntz und Holger Schmale im Tagesspiegel (Auszug aus ihrem gleichnamigen Buch, hier zu lesen), z.B.:
„Ick wette, die beeden Autoren sind Zujewanderte! Dit heißt ‚nüscht wie raus nach Wannsee‘. Beste Grüße von einem Ur- Berliner!“
Hm… So steht’s tatsächlich in den Berlin-Wörterbüchern, „nüscht“ für nichts. Aber in den Songtext-Bibliotheken ist unter „Pack die Badehose ein“ nur „nischt“ zu finden. Der Duden hilft nicht weiter, hier mal wieder alles erlaubt. Und je öfter man Conny Froboess und den Schöneberger Sängerknaben zuhört, desto verwirrter wird man: nischt und nüscht sind nun mal leicht zu verwechseln – so wie auch dit und det. Heißt es denn tatsächlich „dit heißt“, wie oben von dem einen Ur-Berliner geschrieben, oder „det heißt“, wie andere Ur-Berliner sagen?
Die Antwort überlassen wir hier gerne mal Ihnen und freuen uns auf Ihre Mails an checkpoint@tagesspiegel.de, denn: Die letzten Worte in dieser Angelegenheit sind noch lange nicht gesprochen!