Encore
Der Checkpoint-Beitrag zum heutigen Weltnettigkeitstag wird Ihnen präsentiert von unserer Kolumnistin Pascale Hugues:
„Ich betrete nichtsahnend eine Drogerie und steuere die Regale im hinteren Teil an. Zwei Verkäuferinnen unterhalten sich. Plötzlich versperrt mir eine von ihnen den Weg und ruft: „Hey, Sie da! Was machen Sie da?“ Ich zucke erschrocken zusammen. Was habe ich falsch gemacht? Die Verkäuferin weist mit dem Kinn auf einen Stapel Plastikkörbe. Sie wirft mir einen vernichtenden Blick zu, sagt aber kein Wort. Es dauert einen Moment, bis mir klar wird, dass ich vergessen habe, einen der Körbe zu nehmen, an denen sich die Zahl der Kunden misst. Ich hole mein Versäumnis nach. Kein „danke“. Nicht einmal ein anerkennendes Nicken für meinen Gehorsam. Nichts. Ich explodiere: ‚Sagen Sie mal, können Sie nicht in einem anderen Ton mit mir sprechen? Ich hab‘ doch nichts verbrochen! Einfach unerträglich, dieser Ton in Berlin! Nirgendwo anders gibt es das!‘ Ich drehe mich um, setze meinen Weg mit Korb fort und höre, wie hinter mir eine Verkäuferin verdutzt zu der anderen sagt: ‚Wat hat se denn... Die Brandenburger sind doch noch viel schlimmer als wir!‘“
Neuberliner nicken mit ihren Köpfen, Berlinspezialisten mosern: „Dit heißt‚ schlimmer als wie wir!‘“ Jawoll, so isses.
Warum Pascal Hugues Berlin trotzdem immer noch liebt, können Sie hier lesen.