Aggression im Straßenverkehr – Herzensruf einer Leserin
„Ich mache mir Sorgen um unser Miteinander hier in Berlin“, sagt Checkpoint-Leserin Doreen Friedrichs – ihre Geschichte zeigt, warum:
„Im fettesten Stau der Stadt“ bleibt ihr Auto liegen, Friedrichstraße Ecke Unter den Linden. Die anderen hupen, niemand hilft – bis eine Radfahrerin die Lage erkennt und beginnt, den Wagen zur Seite zu schieben. Ein Polizist schaut tatenlos zu und kommentiert: „Lange können sie hier aber nicht stehenbleiben.“ Der Abschleppdienst wird informiert, das Warndreieck steht – „und dann geht’s los. Busfahrer brüllen mich an ‚Hau ab! Hau ab! Du Idiot‘. Andere Verkehrsteilnehmer zeigen Finger in eindeutigen Gesten, scheinen zu platzen vor Wut über meine Panne, einer ruft: ‚Verpiss Dich, Du Drecksau‘.“
Am Abend, mit etwas Abstand, schrieb sie uns: „In Berlin hängen Plakate mit der Aufschrift ‚Die Welt braucht mehr Menschen, die keine Mauern wollen‘. Heute dachte ich, die Mauern, die uns das Leben schwermachen, verlaufen nicht nur zwischen oben und unten oder zwischen links und rechts. Sie verlaufen zwischen Dir und mir.
Ich nehme mir das zu Herzen, denn nur da bewegt man etwas, und heute bewegt mich die Freundlichkeit. Denn auch das ist der Kitt, der uns Menschen hier im Alltag zusammenhält. Kurt Krömer sagt: ,Wir Berliner sind ja quasi die Erfindung der Freundlichkeit‘ und ich sage: Zum Glück kann diese Erfindung von jedem ohne Lizenzgebühren genutzt werden. Also nur Mut, liebe Berlinerinnen und Berliner, zeigt Euer riesiges Herz hinter der spröden Berliner Schnauze und seid nett zueinander. Kostet nichts und macht das Leben einfach schöner.“