Berlin-Bücher für die Ferien
Urlaubszeit ist Lesezeit – also höchste Zeit, sich mal umzuschauen… und weil der Checkpoint sich ja vor allem um Berlin kümmert, lassen wir hier Judith Herrmann („Daheim“, großartig-sehnsuchtsvoll), Julie Zeh („Über Menschen“, politischer als „Unter Leuten“, aber nicht ganz so hinreißend), Alena Schröder („Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“, zu gut für schlechte Adjektive) und viele andere erstmal beiseite und schauen auf das Buch zum Häuserkampf: „Räuber“ von Eva Ladipo. Ähnlichkeiten mit und Abweichungen von real existierenden Personen sind hier nicht ganz zufällig gewählt, aber ein Roman darf ja alles (nur nicht langweiligen). Lesen wir mal rein: „Gemeinsam mit einem Parteifreund, der Millionen mit dem Verfassen islamophober Sachbücher verdiente, gehörte er bereits zu den reichsten Expolitikern Berlins. In den folgenden Stunden wurde Falk Hagen noch um ein deutliches Stück reicher…“
Wem das zu weit entfernt von der Wirklichkeit ist und wer zudem noch weiß, was das „Loft“ war und der „Pinguin Club“, ist dagegen mit dem ersten Band des autobiografischen „Triptychons“ von Andreas Franck aka „Chaos“ so gut bedient wie einst dort am Tresen, denn: „Der Wahrheitsgehalt meiner Geschichten liegt, na, ich schätze mal, so etwa bei 97 Prozent“ – immerhin! Der Trip durch diese (West-)Berliner Musik- und Bargeschichte beginnt stilecht im Jahr 1977.
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