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Stadtkunst am Berliner Mehringplatz: „Pfad der Visionäre“ fällt bei Geschlechtern aus der Zeit
Rückwärtsgewandt statt zukunftsorientiert: Ein Kreuzberger Projekt sollte die „Werte Europas“ hervorheben. Vertreten sind aber nur vier Frauen – und 23 Männer. Von Lorenz Maroldt
Sowohl der Pfad der Visionäre am Mehringplatz in Kreuzberg als auch Initiator Bonger Voges galten bereits in der Vergangenheit als umstritten. Foto: Kai-Uwe Heinrich
Zahlen aus der Friedrichstraße (selbst erhoben, ich komme da täglich vorbei):
4 Zitate auf dem „Pfad der Visionäre“ am Mehringplatz stammen von Frauen, 23 von Männern (und das in Kreuzberg!) – in der Jury (Entscheidung nach Mehrheit) war das Verhältnis auch nicht viel besser (18 zu 46). Aus der offiziellen Beschreibung des Steintafelprojekts, das „Zeichen für die Werte und Kulturen Europas“ setzen soll: „Die Jury achtet im Sinne der Idee des Projektes auf eine Ausgewogenheit der Personenwahl und der Zitate.“ Von Ingeborg Bachmann (eine der vier) wurde folgender Spruch erwählt: „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“ Na dann: Der „Pfad der Visionäre“ ist anachronistischer Murks.