Die neue Bundesdrogenbeauftragte hat keine drogenpolitische Expertise

In Sachen Drogenbekämpfung steht Berlin nicht alleine schlecht da. Dass die neue Drogenbeauftragte des Bundes Daniela Ludwig (CSU) keine Ahnung vom Fach hat, ist nun offiziell bestätigt.

Der Sprecher des Gesundheitsministeriums antwortete auf eine Frage von „Jung und Naiv“-Blogger Tilo Jung hinsichtlich der Qualifikation Ludwigs für ihr neues Amt: „Also, der Umstand, dass Frau Ludwig keine explizite drogenpolitische Expertise hat, muss ja nicht zwingend dazu führen, dass sie das Amt nicht bekleiden kann.“ Bisher war Ludwig verkehrspolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag. Aber auch die Bundesdrogenbeauftragten der Vergangenheit hätten ja keinen fachlichen Hintergrund gehabt.

Ob das so für Ludwig spricht? Ihre Vorgängerin Marlene Mortler, die seit 2014 das Amt bekleidete und nun ins Europaparlament gewechselt ist, fiel negativ auf. So brachte sie etwa die Zirkelschluss-Aussage, Cannabis sei verboten, weil es illegal ist. Neben der Parteizugehörigkeit und fehlender fachlicher Kompetenzen eint Ludwig und Mortler ihre Herkunft aus Bayern. Schwer vorstellbar, dass mit Ludwig eine Wende in der Drogenpolitik des Bundes kommt.