China verbietet Gedenken, Deutschland vergisst Erinnerung an Peking-Massaker

Gerade heute noch diese wichtige Meldung von den dunklen Mächten einer Supermacht: Hongkong darf heute zum ersten Mal nicht des Jahrestags des Massakers auf dem Pekinger Platz des Himmlischen Friedens gedenken. Am 4. Juni 1989 waren bei Freiheitsprotesten mehrere hundert Menschen von Panzern niedergewalzt und getötet worden – und mit ihnen die Hoffnung auf ein demokratisches China, dessen undemokratische Führung nun auch der Enklave Hongkong die freie Rede verbieten will. Dass die Revolution auf den Plätzen von Berlin und Leipzig damals friedlich verlief, ist übrigens einem Mann nicht zu verdanken, der am Horizont historischer Vergesslichkeit inzwischen zur ostdeutschen Friedenstaube verzaubert wird: Egon Krenz. Der damalige SED-Spitzengenosse erfand das Wort Wende, konnte sich aber nicht ausmalen, dass das Volk das ganze Blatt wenden wollte. Im Herbst 1989 reiste er nach Peking und sagte dort – eigentlich gerichtet an die Opposition im eigenen Land –, Klassensolidarität sei für die Kommunisten der DDR „eine Sache der Klassenehre und Klassenpflicht“. Man stehe „auf der Barrikade der sozialistischen Revolution“ dem gleichen Gegner gegenüber. Einem Gegner, den alle Diktaturen haben: friedlich demonstrierende Menschen.