Gestatten, der Roboterjournalist
Weniger kontrovers ist Müllers Gefühl, hier sei ja was los wie in den 20er Jahren (geht immer): Kunst, Kultur, Wissenschaft, Technik, Gründergeist, einfach toll. Obwohl: Obacht vor der Digitalisierung! Müller zitiert eine aktuelle Studie der OECD, laut derer neun Prozent der Arbeitsplätze automatisiert werden könnten, 25 Prozent könnten sich massiv verändern. „Viele Berufe wird es in einigen Jahren nicht mehr geben.“
Das betrifft übrigens auch uns. Anlässlich der Medientage in München am Wochenende hat Saim Rolf Alkan, Geschäftsführer der Stuttgarter Firma aexea, seine Software zur automatisierten Texterstellung vorgestellt. In Zukunft (also jetzt) können Roboterjournalisten zum Beispiel Fakten aus Polizeimeldungen rausziehen und neuformulieren „in der Tonalität, die sich die Redaktion wünscht“. Der Computer erkennt dann einfach selbst, dass es sich erneut um einen Fahrradunfall handelt und sucht vergleichbare Texte aus der Datenbank. (Quelle: Inforadio) Eher subtilere Form der schwäbischen Verdrängung. Die Checkpoint-Roboter freuen sich schon auf ihre Textbausteine.