Mütterliche Fürsorge
Die Zusteller können also nichts dafür. Wie wär’s mit einer neuen Rubrik? Post aber glücklich. Uns erreichte diese kleine Geschichte: Die Postzustellerin klingelt. Sie hat eine Büchersendung, die nicht in den Briefkasten passt, kommt hoch in den zweiten Stock. Wir kennen uns, weil sie seit Jahren bei uns die Post austrägt. Sie schnauft ein bisschen. Bevor sie sich umdrehen und die Treppe wieder nach unten flitzen kann, halte ich sie auf: „Sie machen hier wirklich einen guten Job.“ Sie zeigt auf ihre Jacke: ein dicker Sweater, kein Postabzeichen. „Eigentlich habe ich frei. Ich helfe meinem Sohn, der hier austrägt. Er schafft es nicht: Zu viel Post und zu wenig Leute. Aber er muss es schaffen, sonst wird er nicht übernommen. Das muss ich verhindern.“ Dank an einen Checkpoint-Leser, der nicht mal möchte, dass sein Bezirk genannt wird - damit die Frau und ihr Sohn keine Schwierigkeiten bekommen. Er möchte dennoch, dass Sie diese Geschichte lesen, „weil sie ein Beispiel für die vielen Geschichten in unserer phantastischen Stadt ist, von denen wir alle nie erfahren.“Haben Sie auch welche zu erzählen?