Denkmal für Neonazi-Opfer in Brandenburg
Schuld sichtbar machen – das gelingt nicht oft und selten sofort. Die Stadtverordnetenversammlung im brandenburgischen Trebbin hat am späten Mittwochabend beschlossen, einen Platz nach Orazio Giamblanco zu benennen und dort eine Stele mit einer Inschrift aufzustellen. Der Platz war der Tatort, an dem Giamblanco am 30. September 1996 von einem Skinhead mit einer Baseballkeule beinahe totgeschlagen wurde. Mein Kollege Frank Jansen zeichnet Jahr für Jahr im Tagesspiegel das Schicksal nach den Schlägen nach; Leserinnen und Leser spenden für das bis heute schwer leidende Opfer. Umbenennung und Aufstellen der Stele sind für den 30. September 2021 geplant, den 25. Jahrestag des Angriffs. Auch wenn Trebbin lange gebraucht hat, um Schuld und Scham sichtbar zu machen – für Brandenburg ist es ein gutes, noch seltenes Zeichen.