Wie ist Neukölln wirklich?
Genannt wurde übrigens auch „Neukölln“, aber das gilt nicht, denn: „Neukölln ist überall“ (Heinz Buschkowsky) und natürlich kein Platz, sondern irgendwie anders, grundsätzlich und sowieso. Zumindest anders, als es in unserem Buch „100 Kapitel über Berlin…“ steht (hier zu bestellen) – das meint jedenfalls Gert Stürzebacher. Er schreibt:
„Jaja, die gepflegten Vorurteile! In Wirklichkeit ist der Bezirk doch erheblich heterogener und in vielen Ecken ganz anders, als es der halbgebildete Outsider vermutet. In unserem Haus in der Donaustraße (in ‚Kreuzkölln‘) wohnen zum Beispiel folgende Mietparteien: Schwule Ärzte-WG, Kameramann, adeliger Französischlehrer, Goldschmiedin, Galeristen, promovierte Juristen, Künstler-WG, italienisch-türkische Kleinfamilie, Psychatrie-Krankenschwester, syrische Flüchtlingsfamilie, Psychologe, Maurerpolier im Ruhestand. Im Alter von 2 Jahren bis 75 Jahren. In Wohnungen zwischen 66m2 und 130m2. Eine tolle Berliner Mischung, multikulturell und viel facettenreicher, als es der sich wohlig gruselnde Westberliner Altbaubewohner, wenn er Neukölln hört, vorzustellen vermag.“