In Krisenzeiten blüht die Poesie

Corona fordert unser Weltverständnis heraus. Da hilft poetische Begriffsarbeit. So kommt das Poesiefestival wie gerufen. Außerdem öffnen die Ateliers wieder. Von Thomas Wochnik

In Krisenzeiten blüht die Poesie
Foto: Paul Zinken/dpa

Samstagmorgen – Wenn es eine Kunstform gibt, die in Krisenzeiten besonders blüht, dann ist das die Lyrik. Vielleicht liegt es daran, dass echte Krisen unsere Begriffe von der Welt herausfordern – und Poesie ist Begriffsarbeit par excellence. Dichterinnen können diese Begriffe an fiktiven Extremsituationen abarbeiten und dabei unsere Wirklichkeit spiegeln. Auch die in der letzten Woche wiederentflammte Rassismus-Debatte dreht sich, zumindest implizit, auch um die Sprache, die Handlungen zugrunde liegt.