Kiezhelfer werden beim „Kulturkiosk“ Zehlendorf
Austausch, Bücher und Kaffee – seit rund 20 Jahren gibt es den „Kulturkiosk“ im Berliner Südwesten. Nun soll am U-Bahnhof Oskar-Helene-Heim wiedereröffnet werden. Von Stefanie Golla
Foto: privat
Kiezkultur retten – 20 Jahre lang prägte der KulturKiosk die Kultur in Steglitz-Zehlendorf – in mehrfacher Hinsicht. Was als Informationszentrum über die kulturellen Angebote im Kiez samt Ticketverkauf begann, wurde im Lauf der Zeit um einen Bücherverkauf und einen kleinen Cafébetrieb erweitert. „Die ersten Bücher, die wir hier gegen einen Obolus verkauft haben, stammten aus einem Nachlass. Wir hatten richtige Stammkunden, die immer wieder kamen und spezielle Bücherwünsche hatten. Unsere ehrenamtliche Mitarbeiterin hat dann recherchiert und Augen und Ohren offen gehalten, um eines der seltenen Exemplare zu bekommen. Ein richtiger Kieztreff war das!“, erzählt uns Gudrun Krienke am Telefon. Sie ist Regisseurin und Leiterin des alpha-nova-werkstatt Theaters, das wie der KulturKiosk unter dem Dach des Vereins „Kultur in Zehlendorf“ betrieben wird. Derzeit fehlen die Einnahmen aus den Aufführungen, die auch in die Wiedereröffnung des Kiosk am U-Bhf Oskar-Helene-Heim genutzt werden sollten. Der Mietvertrag am alten Standort an der Dorfaue wurde nicht verlängert, weshalb zusammen mit dem Bezirk lange nach einem alternativen Standort gesucht wurde. Der neue Ort verspricht, viel Publikumsverkehr anzuziehen. Gudrun Krienke sieht schon die schmökernden Zehlendorfer im Park hinter dem Kiosk sitzen, bei einem gepflegten Filterkaffee to stay statt einem Cortado to go.
Damit es nach der Coronakrise doch noch losgehen kann, braucht der Verein jetzt Unterstützung – Gutscheine können über unsere Tagesspiegel-Kiezhelfer-Seite bezogen und später gegen Bücher eingetauscht werden. Das alte Bücherregal (Foto) kommt auf jeden Fall mit!